In der künstlerischen Praxis von Lana Bragin steht das textile Material im Zentrum – insbesondere das Stricken und Häkeln, Techniken, die sie nach ihrem Studium an der Hochschule für bildende Künste Hamburg als ihre bevorzugten Ausdrucksformen entdeckt hat. Sie fasziniert die meditative, prozesshafte Logik dieser Methoden: Masche für Masche entstehen Formen, die aus der Fläche in den Raum wachsen – kontinuierlich, organisch und in sich ruhend.
Was traditionell als dekoratives oder funktionales Handwerk verstanden wird, erfährt in ihren Arbeiten eine radikale Umdeutung: Stricken ist für Bragin keine bloße Technik zur Herstellung von Nutzgegenständen, sondern ein Mittel zur Skulptur. Die daraus entstehenden Werke sind nicht Objekte im klassischen Sinne – sie behaupten sich im Raum, fordern Begegnung ein und entwickeln eine fast körperliche Präsenz.
Die Formen ihrer Skulpturen sind dabei keinem konkreten Gegenstand nachempfunden. Sie entstehen intuitiv aus dem Material heraus, folgen inneren Wachstumsprozessen und bleiben bewusst abstrakt – fern jeder Abbildlichkeit. Gerade diese Offenheit macht ihre Arbeiten vieldeutig, lädt zur Assoziation ein und öffnet einen Raum jenseits des Bekannten.
Indem sie die textile Praxis in den Kontext zeitgenössischer Kunst überführt, zielt Bragin auf eine Verschiebung der Perspektive: Was passiert, wenn das scheinbar Banale – das textile Handwerk – ernst genommen wird? Wenn es nicht länger bloß Objekt, sondern Gegenüber wird?
Die Arbeit mit Wolle begreift sie als Dialog – mit dem Material, mit der Zeit und mit gesellschaftlich verankerten Vorstellungen von Wert, Arbeit und Kunst. In diesem Dialog entstehen Skulpturen, die keine fertigen Antworten geben, sondern offene Fragen stellen.
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